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Huthi-Blockade im Roten Meer: Ölpreise könnten stark steigen

Eine Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Rebellen würde globale Öllieferketten massiv stören und die Weltwirtschaft belasten.

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Huthi-Blockade im Roten Meer: Ölpreise könnten stark steigen

Die jemenitischen Huthi-Rebellen haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen. Sollte es ihnen gelingen, die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab tatsächlich zu sperren, drohen massive Verwerfungen auf den globalen Ölmärkten. Analysten warnen vor einem erneuten Preisanstieg beim Rohöl und einer weiteren Belastung der Weltwirtschaft.

Das Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist eine der bedeutendsten Ölhandelsrouten der Welt. Über diese Meerenge fließen Rohöl- und Kraftstofflieferungen zwischen dem Nahen Osten, Europa und Asien. Eine Schließung würde Saudi-Arabien eine entscheidende Ausweichroute zur Straße von Hormus nehmen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen den USA und dem Iran ohnehin bereits die Märkte belasten.

„Nachdem die Ölpreise in der vergangenen Woche aufgrund der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie der daraus resultierenden Verlangsamung des Transits durch Hormus gestiegen sind, achten Händler nun auf Katalysatoren, die eine weitere Rallye rechtfertigen würden", sagte Richard Bronze vom Beratungsunternehmen Energy Aspects. „Die Wiederaufnahme der Angriffe auf die Schifffahrt durch die Huthi und eine faktische Sperrung des Bab al-Mandab würden dieses Kriterium zweifellos erfüllen."

Ölpreis reagiert verhalten – vorerst

Die unmittelbare Marktreaktion auf die Huthi-Erklärung fiel zunächst moderat aus. Der Ölpreis stieg nach der Ankündigung um weniger als 1 Prozent und notierte bei rund 89 US-Dollar pro Barrel. Hoffnungen auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA hatten die Preise zuvor belastet. Die Öl-Futures hatten in diesem Jahr bereits einen Höchststand von 126 US-Dollar erreicht – blieben damit aber noch unter dem Allzeithoch von 147 US-Dollar aus dem Jahr 2008.

Seit Beginn der Huthi-Angriffe auf die Schifffahrt im Jahr 2023 haben bereits viele Schiffe die deutlich längere Route um Afrika herum gewählt. Dies hat zu höheren Kosten und Verzögerungen im Welthandel geführt. Eine vollständige Schließung der Meerenge würde diese Probleme erheblich verschärfen.

Asiatische Raffinerien besonders betroffen

Die größten unmittelbaren Auswirkungen einer vollständigen Schließung träfen die saudi-arabischen Rohölexporte aus dem Hafen von Yanbu am Roten Meer. Matt Smith, Leiter der Rohstoffforschung beim Datenanbieter Kpler, erklärte, dass asiatische Raffinerien, die diese Mengen beziehen, mit Verzögerungen von etwa einem Monat rechnen müssten, da die Tanker gezwungen wären, das Kap der Guten Hoffnung zu umfahren. „Die Auswirkungen im ersten Monat werden massiv sein", so Smith. „Am stärksten betroffen werden die saudi-arabischen Lieferströme sein."

Richard Bronze von Energy Aspects schätzte, dass mehr als 3 Millionen Barrel saudi-arabisches Rohöl pro Tag, die derzeit über das Rote Meer nach Asien verschifft werden, auf wesentlich längere Routen umgeleitet werden müssten. Saudi-Arabien hat seit April im Durchschnitt über 4,5 Millionen Barrel pro Tag an Rohöl und Kraftstoff von Yanbu aus verschifft, wovon laut Kpler-Daten etwa 70 Prozent nach Asien gingen.

Die Unterbrechung würde zudem logistische Engpässe verursachen: Voll beladene VLCC-Supertanker können den Suezkanal nicht passieren, und die Kapazität der ägyptischen SUMED-Pipeline, die das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet, ist begrenzt.

Rezessionsrisiko für die Weltwirtschaft

Die Folgen einer Blockade würden weit über die Ölmärkte hinausgehen. John Paisie, Präsident des Beratungsunternehmens Stratas Advisors, warnte: „Wenn sie diese Lieferungen durch das Rote Meer tatsächlich stoppen oder massiv behindern, wird das Auswirkungen auf die Ölpreise sowie auf die Preise für raffinierte Produkte haben. Es untergräbt die gesamte Weltwirtschaft. Irgendwann könnte es zu einer globalen Rezession kommen."

Paisie schätzte, dass die Ölpreise im Falle einer Blockade wieder auf 115 bis 120 US-Dollar pro Barrel steigen könnten. Gleichzeitig würden Fracht- und Versicherungskosten zunehmen, da Schiffe längere Routen um Afrika nehmen müssten. Auch für Europa wären die Folgen spürbar: Die europäischen Diesel-Raffineriemargen stiegen bereits auf ein Rekordhoch von über 65 US-Dollar pro Barrel. Lieferungen von Diesel und Kerosin aus Asien und dem Nahen Osten nach Europa werden üblicherweise über das Bab al-Mandab transportiert.

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