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Goldpreis zeigt Erholungstendenzen

Geopolitische Unsicherheit und Zinspolitik beeinflussen den Markt

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Goldpreis zeigt Erholungstendenzen

Am gestrigen Dienstag zeigte der Goldpreis eine Stabilisierung, nachdem er zu Wochenbeginn unter Druck geraten war. Die gedämpften Hoffnungen auf eine Zinssenkung hatten zunächst zu einem Rückgang geführt, doch mittags erholte sich der Preis wieder und notierte zuletzt bei etwa 2025 US-Dollar. Diese Entwicklung steht im Kontrast zu den unerwartet hohen Inflationszahlen in den USA, die die Erwartungen an eine Zinssenkung im März reduzierten.

Im vergangenen Jahr hatte der Goldpreis aufgrund der Erwartungen an eine frühere Zinswende ein Allzeithoch erreicht und das Jahr mit einem Plus von 13 Prozent abgeschlossen. Trotz dieses Anstiegs verzeichneten mit Gold gedeckte ETFs im selben Jahr Abflüsse in Höhe von 8,2 Millionen Unzen. Im Januar dieses Jahres setzte sich dieser Trend fort, mit Abflüssen von mehr als 897.000 Unzen aus Gold-ETFs.

Die geopolitische Unsicherheit, insbesondere im Nahen Osten und um die Route über das Rote Meer, trug jedoch dazu bei, den Goldpreis über der Marke von 2015 Dollar zu halten. Kelvin Wong, Senior-Marktanalyst für den asiatisch-pazifischen Raum bei Oanda, betonte diesen Aspekt in seinen Ausführungen gegenüber Bloomberg.

Sören Hettler, Leiter für Anlagestrategie und Privatkunden bei der DZ Bank, beobachtete einen Gleichlauf des Goldpreises mit den längerfristigen US-Staatsanleiherenditen. Er bemerkte, dass der Anstieg der zehnjährigen US-Renditen um etwa 30 Basispunkte seit Ende des letzten Jahres von einer Annäherung des Goldpreises an die 2000-Dollar-Marke begleitet wurde, trotz zunehmender geopolitischer Spannungen.

Die Märkte rechnen mehrheitlich mit einer ersten Zinssenkung der US-Notenbank Fed im März. Hettler hält diese Einschätzung jedoch für überzogen und erwartet erst im Sommer Lockerungsmaßnahmen. Er prognostiziert, dass der Goldpreis auf kurze bis mittlere Sicht eher schwächer tendieren wird.

Ricardo Evangelista von Activ Trades sieht die Situation anders. Er führt den Anstieg des Goldpreises im vergangenen Jahr auf die Erwartungen an eine lockere Geldpolitik, Ängste vor einer globalen Rezession und geopolitische Instabilität zurück. Diese Faktoren, zusammen mit den Goldkäufen der Zentralbanken, hätten die Nachfrage angetrieben. Evangelista ist der Ansicht, dass diese Faktoren auch im Jahr 2024 weiterhin relevant sein werden, was weitere Unterstützung für den Goldpreis bedeuten könnte. Er sieht gute Chancen für weitere Allzeithochs im zinslosen Edelmetall.

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