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Goldpreis: World Gold Council sieht Potenzial bis 4.500 Dollar

Der World Gold Council analysiert die Goldpreisentwicklung im ersten Halbjahr und skizziert Szenarien für die zweite Jahreshälfte.

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Goldpreis: World Gold Council sieht Potenzial bis 4.500 Dollar

Der World Gold Council (WGC) hat seinen Halbjahresausblick für Gold veröffentlicht und kommt zu einem differenzierten Urteil: Trotz eines Rückgangs von rund 7% seit Januar gehört Gold weiterhin zu den Rohstoffen mit der besten Wertentwicklung der vergangenen zwölf Monate. Der Bericht trägt den Titel „Gold Mid-Year Outlook 2026: Point break" und wurde von den Autoren Juan Carlos Artigas, Taylor Burnette und Dr. Fergus O'Connor verfasst.

Im ersten Halbjahr erlebte der Goldpreis dramatische Schwankungen. Im Januar kletterte er auf Rekordhöhen und überstieg dabei die Marke von 5.500 US-Dollar je Unze, bevor er Ende Juni auf unter 4.000 US-Dollar je Unze fiel. Insgesamt markierte Gold in diesem Zeitraum zwölf Allzeithochs – angetrieben von erhöhten geopolitischen Risiken und verstärkter Optionsaktivität.

Volatilität auf erhöhtem Niveau

Die starken Preisschwankungen trieben die realisierte Volatilität zu Beginn des US-Iran-Konflikts auf mehr als 50% – begleitet von einem breiteren Anstieg der Volatilität über verschiedene Anlageklassen hinweg. Seitdem ist die Volatilität von Gold zwar auf unter 30% gesunken, liegt damit aber weiterhin deutlich über dem 20-Jahres-Durchschnitt von 17%. Für Anleger bedeutet dies: Gold bleibt ein bewegtes Pflaster, auch wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.

Auf dem aktuellen Preisniveau sehen die Autoren Gold weitgehend im Einklang mit einem globalen Umfeld aus moderatem Wachstum, erhöhter Inflation und der Erwartung einer weiteren, aber begrenzten geldpolitischen Straffung durch die Zentralbanken. Unter diesen Bedingungen dürfte der Goldpreis laut WGC zunächst relativ stabil innerhalb einer Spanne von etwa 5% bleiben – die Voraussetzungen für einen möglichen Ausbruch nach oben oder unten seien jedoch gegeben.

Vier zentrale Treiber des Goldpreises

Die Autoren identifizieren vier Haupttreiber der Goldpreisentwicklung:

Wirtschaftliche Expansion

: Stützt den Kauf von Goldschmuck, die Nachfrage aus dem Technologiesektor und langfristige Ersparnisse. -

Risiko und Unsicherheit

: Erhöhen die Nachfrage nach Gold als Absicherung und Portfoliodiversifikator. -

Opportunitätskosten

: Machen Gold attraktiver, wenn Anleiherenditen sinken oder Währungen an Wert verlieren. -

Momentum

: Erfasst die Auswirkungen kurzfristiger Investitionsflüsse auf den Preis.

Auf der Oberseite sehen die Autoren klare Katalysatoren: Eine sich verschlechternde Wirtschaftslage, erneute geopolitische Schocks, eine Verschiebung hin zu niedrigeren Zinserwartungen oder eine Welle von Käufen bei Kursrücksetzern könnten die Dynamik von Gold neu entfachen und den Preis wieder in Richtung 4.500 US-Dollar je Unze oder darüber heben.

Asiatische Nachfrage und Zentralbankkäufe als Wildcards

Gleichzeitig warnen die Autoren vor möglichem Gegenwind: Eine Stärke des US-Dollars, über die aktuellen Erwartungen hinaus steigende Zinssätze, eine positive Risikostimmung der Anleger sowie technische Faktoren könnten den Goldpreis belasten. Für deutsche Anleger ist dabei besonders relevant, dass ein starker Dollar den in Euro umgerechneten Goldpreis zusätzlich unter Druck setzen kann.

Als sogenannte „Wildcards" heben die Autoren die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken sowie politische Veränderungen in Schlüsselmärkten wie Indien hervor. Diese Faktoren könnten den Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte subtil, aber spürbar beeinflussen. Der wachsende Einfluss der globalen und insbesondere der asiatischen Nachfrage ist dabei ein strukturelles Thema, das über das laufende Jahr hinaus Bedeutung haben dürfte.

„In diesem Kontext deutet unsere makroökonomische Szenarioanalyse darauf hin, dass Gold seinen Aufwärtstrend bei etwa 4.500 US-Dollar je Unze wieder aufnehmen könnte, aber nur ein starkes, klares Signal dürfte den Preis nachhaltig in Richtung 5.000 US-Dollar je Unze treiben", betonen die Autoren abschließend. Für Anleger bleibt Gold damit ein Instrument, das sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken in sich birgt – je nachdem, wie sich das makroökonomische Umfeld in den kommenden Monaten entwickelt.

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