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Goldman Sachs: Zentralbankkäufe bilden Preisuntergrenze für Gold

Goldman Sachs sieht starke Zentralbanknachfrage als stabilen Puffer gegen kurzfristigen Abwärtsdruck auf den Goldpreis.

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Goldman Sachs: Zentralbankkäufe bilden Preisuntergrenze für Gold

Goldman Sachs hat seine Kunden in einer Mitteilung vom Freitag darüber informiert, dass die anhaltend starken Goldkäufe der Zentralbanken weltweit eine Preisuntergrenze für das Edelmetall bilden dürften. Dies gelte trotz des kurzfristigen Gegenwinds durch die restriktive Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Analystin Lina Thomas legte dabei konkrete Zahlen vor, die das Ausmaß der Nachfrage verdeutlichen.

Laut dem hauseigenen Nowcast von Goldman Sachs beliefen sich die Zentralbankkäufe im Mai auf geschätzte 81 Tonnen Gold. Auf saisonbereinigter Dreimonatsbasis entspricht das 67 Tonnen pro Monat. Zum Vergleich: Vor dem Jahr 2022 lag der monatliche Durchschnitt lediglich bei 17 Tonnen – die aktuelle Nachfrage ist damit mehr als viermal so hoch wie das historische Mittel.

Chinas Beitrag treibt den Nowcast an

Goldman Sachs hebt hervor, dass die jüngste Beschleunigung im Nowcast maßgeblich auf einen großen Beitrag aus China zurückzuführen ist. Die Bank wertet dies als Zeichen dafür, dass die Käufe der Zentralbanken „wahrscheinlich eine Preisuntergrenze bieten werden, inmitten des voraussichtlich vorübergehenden Abwärtsdrucks auf den Goldpreis durch die restriktive Fed-Bepreisung". Kurzfristig sieht Goldman Sachs Gegenwind für Gold, da die Märkte potenzielle Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr einpreisen. Die eigenen Ökonomen der Bank prognostizieren jedoch keine solchen Zinserhöhungen – weshalb sich dieser Druck nach Einschätzung von Goldman Sachs wieder umkehren dürfte.

Die erhöhte Goldakkumulation der Zentralbanken betrachtet Goldman Sachs als einen „mehrjährigen Trend". Hintergrund ist die Diversifizierung der Notenbanken, insbesondere aus Schwellenländern, die ihre Reserven gegen geopolitische und finanzielle Risiken absichern wollen. Als entscheidender Auslöser gilt das Einfrieren russischer Währungsreserven im Jahr 2022, das viele Notenbanken weltweit dazu veranlasste, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren und verstärkt auf Gold zu setzen.

Goldpreisprognose von 4.900 Dollar bis Ende 2026

Goldman Sachs hält an seiner ambitionierten Goldpreisprognose von 4.900 US-Dollar pro Feinunze bis Ende 2026 fest. Als „Anker" dieser Prognose gilt die anhaltende Diversifizierung der Zentralbanken aus Schwellenländern. Für die mittelfristige Planung geht die Bank von durchschnittlichen monatlichen Zentralbankkäufen von 50 Tonnen im Jahr 2026 und 40 Tonnen pro Monat im Jahr 2027 aus.

Mittelfristig sieht Goldman Sachs die Risiken für den Goldpreis weiterhin nach oben gerichtet. Die Bank verweist darauf, dass der Anteil von Gold in privaten Portfolios nach wie vor gering ist. Zudem könnten die jüngsten geopolitischen Entwicklungen die Diversifizierung über die Zentralbanken hinaus auf private Anleger ausweiten und so für zusätzliche Nachfrage sorgen. Für deutsche Privatanleger, die Gold als Beimischung im Portfolio erwägen, liefert diese Analyse von Goldman Sachs damit ein strukturell bullishes Argument – unabhängig von kurzfristigen Zinsschwankungen.

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