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Gold erholt sich nach schwächstem Quartal seit 13 Jahren

Nach einem Quartalsverlust von 16 Prozent dreht der Goldpreis ins Plus – Zinsängste und starker Dollar belasten das Edelmetall weiterhin.

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Gold erholt sich nach schwächstem Quartal seit 13 Jahren

Der Goldpreis hat sich am Mittwoch erholt und die Verluste vom Vormittag wettgemacht. Die Gold-Futures notierten zuletzt knapp über der Nulllinie bei 4.041,30 US-Dollar, während die Spot-Preise um 0,49 Prozent auf 4.025,89 US-Dollar stiegen. Damit startete das Edelmetall schwach in die zweite Jahreshälfte 2026, bevor es im frühen Nachmittagshandel wieder zulegen konnte.

Der Hintergrund ist bemerkenswert: Im Dreimonatszeitraum bis Ende Juni verlor Gold rund 16 Prozent an Wert – das schlechteste Quartal seit dem zweiten Quartal 2013. Seit Jahresbeginn beläuft sich das Minus auf 7,76 Prozent. Damit liegt das Edelmetall weit unter seinem Allzeithoch von 5.586,20 US-Dollar, das am 29. Januar erreicht worden war.

Zinsumfeld setzt Gold unter Druck

Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst bei der UBS, erklärt den Rückgang mit einem Bündel ungünstiger Faktoren. Besser als erwartet ausgefallene US-Wirtschaftsdaten, höhere Realrenditen, ein festerer US-Dollar sowie eine weniger taubenhafte Markteinschätzung zum Zinskurs der US-Notenbank Federal Reserve hätten die traditionelle Attraktivität von Gold als sicherer Hafen zunichtegemacht. Gold gilt als unverzinster Vermögenswert und verliert in einem Umfeld steigender Zinsen gegenüber verzinslichen Anlagen an Attraktivität – ein klassisches Muster, das Anleger gut kennen.

Trotz des deutlichen Rückgangs sehen Experten strukturelle Stützen für das Edelmetall. Das Amundi Investment Institute betont in seinem globalen Investmentausblick zur Jahresmitte, dass Gold weiterhin eine Schlüsselrolle in den Portfolios der Anleger spiele, da traditionelle Korrelationen wegbrechen. Das schwierigere geldpolitische Umfeld, die hohe globale Staatsverschuldung sowie die Diversifizierung der Zentralbanken weg von US-Dollar-basierten Vermögenswerten sollten die Nachfrage nach Gold und Edelmetallen in der zweiten Jahreshälfte stützen.

Zentralbanken bleiben wichtige Stütze

Auch der World Gold Council liefert positive Signale: Die jüngste jährliche Umfrage zu den Goldreserven der Zentralbanken ergab, dass mehr globale Notenbanken bereit sind, ihre Goldbestände im nächsten Jahr aufzustocken. Dies unterstreicht das langfristige Vertrauen institutioneller Akteure in das Edelmetall – trotz des aktuellen Gegenwinds.

UBS-Analyst Staunovo bleibt mittelfristig konstruktiv: „Wir glauben, dass die Goldnachfrage der Zentralbanken, die fortgesetzte Diversifizierung weg vom US-Dollar und die Sorgen um die weltweite Verschuldung wichtige strukturelle Stützen bleiben werden. Während das kurzfristige Umfeld eher nach Konsolidierung aussieht, erscheint die Positionierung nicht überreizt, und wir bleiben für die nächsten 12 Monate konstruktiv."

Für deutsche Privatanleger bleibt Gold damit ein zweischneidiges Schwert: Kurzfristig lastet das Zinsumfeld auf dem Preis, langfristig sprechen strukturelle Faktoren wie Zentralbanknachfrage, Schuldensorgen und De-Dollarisierung für eine anhaltende Nachfrage nach dem Edelmetall. Die Entwicklung der US-Geldpolitik dürfte dabei der entscheidende Treiber für die zweite Jahreshälfte 2026 bleiben.

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