Europa plant Schifffahrtsmission für Straße von Hormus ohne USA
Eine europäische Verteidigungsmission soll nach Kriegsende die Schifffahrt durch die Straße von Hormus sichern – ohne Beteiligung der USA, Israels oder des Irans.

Europa arbeitet an einem eigenständigen Nachkriegsplan zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte, der Plan sehe eine internationale Verteidigungsmission vor, die keine der „kriegführenden" Parteien – namentlich die USA, Israel und den Iran – einbeziehe. Europäische Diplomaten, die mit dem Plan vertraut sind, bestätigten, dass europäische Schiffe nicht unter amerikanischem Kommando stehen würden.
Das zentrale Ziel der Initiative ist es, Reedereien das Vertrauen zu geben, die strategisch bedeutsame Meerenge nach Beendigung der Kämpfe wieder zu nutzen. Beamte betonten jedoch, dass dies noch einige Zeit dauern könnte. Die Straße von Hormus gilt als einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt – ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels verläuft durch diese enge Passage zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel.
Unabhängig davon teilte das US-Zentralkommando mit, dass in den ersten 24 Stunden der US-Blockade keine Schiffe aus iranischen Häfen die Meerenge passiert hätten. Dies unterstreicht die angespannte geopolitische Lage in der Region.
Märkte erholen sich – IWF warnt vor Wachstumsrisiken
An den Finanzmärkten zeigte sich derweil eine bemerkenswerte Erholung. Ein wichtiger US-Aktienindex machte alle Verluste seit Beginn des Iran-Krieges – und davor während der Ängste vor einer „KI-Apokalypse" – wieder wett und liegt für das Jahr nun wieder im Plus. Laut Dow Jones Market Data legte er um mehr als 2.800 Punkte zu, was einen Rekord für einen Zeitraum von zehn Handelstagen darstellt.
Der S&P 500 stieg um 1,2 Prozent und liegt damit nur noch 0,2 Prozentpunkte unter einem Rekordhoch. Der Dow Jones Industrial Average legte um 0,7 Prozent zu. Die Erholung signalisiert, dass Anleger trotz der geopolitischen Unsicherheiten wieder Zuversicht schöpfen.
Gleichzeitig warnte der Internationale Währungsfonds (IWF), dass ein lang anhaltender Nahostkonflikt das globale Wachstum auf Raten drücken könnte, die man sonst nur aus den schwersten Rezessionen der jüngeren Geschichte kennt. Für deutsche Anleger und Exporteure ist diese Warnung besonders relevant, da Deutschland als exportorientierte Volkswirtschaft stark von stabilen globalen Handelsrouten abhängt.
Amazon übernimmt Globalstar – Aktien legen deutlich zu
Auch aus der Unternehmenswelt gibt es bedeutende Neuigkeiten: Amazon plant die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar, was dem LEO-Satellitenprojekt des Konzerns Auftrieb geben soll, während es mit dem dominierenden Starlink-Netzwerk von Elon Musks SpaceX konkurriert. Die Aktionäre von Globalstar können wählen, ob sie entweder 90 US-Dollar pro Aktie in bar oder 0,3210 Amazon-Stammaktien pro Globalstar-Aktie erhalten möchten. Der Abschluss der Transaktion wird für 2027 erwartet.
Die Märkte reagierten positiv auf die Nachricht: Die Aktien von Amazon schlossen mit einem Plus von 3,81 Prozent, während Globalstar-Papiere um 9,63 Prozent zulegten.
US-Versorger planen massive Netzinvestitionen
Ein weiteres Thema mit langfristiger Bedeutung: 51 börsennotierte US-Versorgungsunternehmen wollen in den nächsten fünf Jahren massive Investitionen tätigen, um ein alterndes Stromnetz instand zu setzen und die steigende Stromnachfrage durch den KI-Boom zu decken. Laut der Verbraucheraufklärungsgruppe PowerLines entspricht dies einem Anstieg von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Fünfjahresplan von 2025. Viele Unternehmen benötigen noch die Genehmigung staatlicher Regulierungsbehörden, doch die Pläne könnten weitere Anträge auf Tariferhöhungen auslösen – was für Verbraucher beunruhigend sein dürfte.
Zudem sorgt die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher neuer Fed-Vorsitzender für Aufmerksamkeit. Seine umfangreichen Finanzbeteiligungen – darunter Anteile an Elon Musks SpaceX und dem Prognosemarkt-Unternehmen Polymarket – scheinen die seiner Vorgänger zu übertreffen. Dutzende Beteiligungen konnte Warsh nach eigenen Angaben aufgrund bestehender Vertraulichkeitsvereinbarungen nicht offenlegen. Er versprach, Vermögenswerte zu veräußern, um die Regeln der Fed einzuhalten. Seine Bestätigungsanhörung ist für den 21. April angesetzt.
