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Chinas Öl-Allianz mit Iran durchkreuzt Trumps Sanktionsstrategie

Umformulierte Variante für rohstoffaktien.news mit Fokus auf Rohstoff- und Energieaspekte

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Chinas Öl-Allianz mit Iran durchkreuzt Trumps Sanktionsstrategie

US-Finanzminister Scott Bessent verglich die geplante wirtschaftliche Offensive gegen den Iran jüngst mit der alliierten Invasion in der Normandie und sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“. In der Realität erweist sich die Aktion bislang jedoch als eine Serie von Schüssen vor den Bug aus weiter Distanz. Das größte Hemmnis für Washington: Peking, der bedeutendste Handelspartner Teherans, zeigt kaum Neigung, an der Isolation des Iran mitzuwirken.

Laut einem Bericht der Financial Times erwirbt China bis zu 90 Prozent des iranischen Rohöls. Am Dienstag drohte die chinesische Führung den USA mit Vergeltungsmaßnahmen, sollten chinesische Unternehmen von sekundären US-Sanktionen im Iran-Kontext betroffen sein. Ein solcher Schritt könnte die ohnehin angespannten Handelsverhandlungen zwischen Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping gefährden, die in etwa einem Monat in Washington anberaumt sind.

Washingtons schwierige Position

Das grundlegende Dilemma der USA: Der Iran leidet bereits seit Jahren unter einem Geflecht von Sanktionen. Seit September kamen zusätzlich UN-Maßnahmen hinzu, die wegen Teherans Verstößen gegen das Atomabkommen von 2015 wieder in Kraft gesetzt wurden – jenes Abkommen, das Trump in seiner ersten Amtszeit aufgekündigt hatte. Innerhalb der Islamischen Republik existieren kaum noch wirtschaftliche Angriffspunkte, die direkt ins Visier genommen werden könnten.

Die neue US-Strategie zielt daher darauf ab, den Iran von seinen zentralen Handelspartnern zu trennen. Neben China gehören die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und die Türkei zu diesen Schlüsselländern. Die Sektoren Luftfahrt, Schifffahrt, digitale Vermögenswerte, Gold, Technologie und vor allem Öl stehen im Zentrum der Sanktionsbemühungen.

Verbündete lenken ein, China nicht

Die VAE, ein enger US-Verbündeter und zugleich der größte Exporteur von Gütern in den Iran, hatten bereits vergangene Woche erklärt, den Handel und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Teheran auszusetzen. Auslöser war der Vorwurf, der Iran habe zwei ballistische Raketen in Richtung des Territoriums der Emirate abgefeuert. Die Türkei hat sich bislang nicht klar positioniert.

Doch ohne die Kooperation Chinas bleibt die Sanktionsstrategie lückenhaft. Wie Bessent selbst einräumte, könnte ein allzu forciertes Vorgehen mit sekundären US-Sanktionen gegen nicht konforme Länder das „globale Finanzsystem in die Luft sprengen“. Diese Einschätzung offenbart Washingtons Zwickmühle: Zu wenig Druck verpufft wirkungslos, zu viel Druck riskiert eine weltweite Finanzkrise – mit potenziellen Folgen auch für Rohstoff- und Energiemärkte.

Hintergrund des Konflikts

Der Wirtschaftskrieg ist die logische Folge einer gescheiterten militärischen Strategie. Als Amerika und Israel vor sechs Monaten ihren Krieg gegen den Iran begannen, kalkulierten sie offenbar falsch. Man nahm an, das Regime stehe nach dem zwölftägigen israelisch-US-amerikanischen Angriff im Vorjahr und nach einer brutalen Niederschlagung von Protesten, die die Popularität der Führung im Inland stark gemindert hatte, kurz vor dem Zusammenbruch.

Diese Rechnung ging nicht auf. Die Bombardierungen konnten weder Teherans „bedingungslose Kapitulation“ erzwingen noch das jüngere Ziel erreichen, den Iran zur Wiederaufnahme des Transits durch die strategisch wichtige Straße von Hormuz zu bewegen – eine Passage von enormer Relevanz für die globalen Rohstoffströme und die Energieversorgung. Nun setzt Trump erneut auf wirtschaftlichen Druck, um die Sache zu Ende zu bringen.

Ausblick

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Washington einen Weg findet, Peking zur Kooperation zu bewegen – oder ob der Wirtschaftskrieg gegen Iran an der chinesischen Blockade scheitert. Die bevorstehenden Handelsgespräche zwischen Trump und Xi Jinping in Washington könnten dabei zum entscheidenden Wendepunkt werden. Sollte China seine Drohung wahr machen und Vergeltungsmaßnahmen ergreifen, stünde die gesamte US-Sanktionsarchitektur gegen Iran infrage – mit möglichen Auswirkungen auf die Ölpreise und die Versorgungssicherheit für rohstoffabhängige Märkte.

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