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Brent-Rohöl kratzt an 100 Dollar: Geopolitische Spannungen treiben Energiepreise

Brent-Rohöl steigt auf 99,04 US-Dollar und nähert sich der 100-Dollar-Marke. Auslöser sind die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran im Persischen Golf, die die ohnehin volatile Lage an den Rohstoffmärkten weiter anheizen.

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Brent-Rohöl kratzt an 100 Dollar: Geopolitische Spannungen treiben Energiepreise

Die Notierungen am Ölmarkt setzen ihre Rallye fort und steuern auf die psychologisch bedeutsame Schwelle von 100 US-Dollar pro Barrel zu. Auslöser der jüngsten Preisbewegungen sind die militärischen Konflikte zwischen Washington und Teheran im Persischen Golf, welche die bereits angespannte Situation an den Rohstoffmärkten weiter anheizen.

Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Oktober-Lieferung wurde am Morgen mit 99,04 US-Dollar gehandelt – ein Anstieg von rund 1,1 Prozent gegenüber dem vorherigen Handelstag. Zwischenzeitlich erreichte der Preis sogar 99,68 US-Dollar. Damit bewegt sich Brent auf einem Niveau, das zuletzt Ende Juli verzeichnet wurde, und hat sich im Jahresverlauf um über 60 Prozent verteuert.

Noch deutlicher fiel der Preissprung bei veredelten Erzeugnissen wie Diesel aus. Hintergrund ist die Ausdehnung der Kampfhandlungen im Nahen Osten bis ins Rote Meer nahe Saudi-Arabien – zusätzlich zum fortdauernden Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Auch die europäischen Erdgaspreise legten den vierten Börsentag in Folge zu, nachdem die USA ihre jüngsten Militärschläge gegen iranische Einrichtungen ausgeführt hatten.

Nadelöhr Straße von Hormus im Fokus

Im Mittelpunkt der aktuellen Verwerfungen steht die strategisch wichtige Straße von Hormus. Diese Meerenge fungiert als Engpass für den weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Transport. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Vorherrschaft über diese Wasserstraße hat sich zuletzt weiter zugespitzt.

Das US-Militär habe eigenen Aussagen zufolge als Vergeltung für Teherans Attacken auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker zerstört und einen davon versenkt. Die iranischen Revolutionsgarden reagierten postwendend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit Washington verbündete Königreich Jordanien. Die jordanische Armee habe nach Informationen der staatlichen Nachrichtenagentur Petra 20 ballistische Raketen abfangen können.

Rubio richtet deutliche Warnung an den Iran

US-Außenminister Marco Rubio sandte eine unmissverständliche Botschaft an Teheran. „Der Iran versucht weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und jedes Mal, wenn sie dies tun oder versuchen zu tun, werden sie Tanker verlieren“, erklärte Rubio im Rahmen eines Besuchs in Kolumbien. Bereits am vergangenen Samstag hatte das US-Militär mitgeteilt, drei iranische Öltanker attackiert zu haben.

Für Marktteilnehmer an den Energiemärkten bleibt die Situation damit äußerst schwankungsanfällig. Das Zusammenspiel aus geopolitischen Risikofaktoren, begrenzten Fördermengen und der sich erholenden weltweiten Nachfrage befeuert die Preisrallye. Sollte die Marke von 100 US-Dollar je Barrel Brent durchbrochen werden, wäre dies ein starkes psychologisches Signal – mit möglichen Folgen für die Teuerungsrate und die Geldpolitik der Zentralbanken.

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