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BlackRocks Atlas friert Milliarden-Investitionen in Brasiliens erneuerbare Energien ein

Wegen massiver Netzabregelungen stoppt Atlas Renewable Energy geplante Projekte mit 1,5 Gigawatt Kapazität in Brasilien.

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BlackRocks Atlas friert Milliarden-Investitionen in Brasiliens erneuerbare Energien ein

Atlas Renewable Energy, eine Tochtergesellschaft von Global Infrastructure Partners unter dem Dach des Vermögensverwalters BlackRock, hat Neuinvestitionen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar in Brasilien auf Eis gelegt. CEO Carlos Barrera erklärte gegenüber Reuters, dass der nationale Netzbetreiber die Einspeisung erneuerbarer Energien regelmäßig ablehne. Dies mache neue Projekte wirtschaftlich unattraktiv.

Barrera äußerte sich am Rande der Photovoltaik-Konferenz SNEC in Schanghai. Er bezifferte das eingefrorene Volumen auf mindestens 1,5 Gigawatt an Kapazität, deren Baubeginn bereits geplant gewesen war. Die Abregelungen bei bestehenden Projekten erreichten im Juni-Quartal Werte von 15 bis 25 Prozent.

Was bedeutet Abregelung für Investoren?

Unter Abregelung – im Fachjargon „Curtailment" – versteht man die Menge an Solar- oder Windenergie, die hätte erzeugt werden können, aber präventiv vom Netz genommen wird, weil das Stromnetz an seine Kapazitätsgrenzen stößt. Für Erzeuger erneuerbarer Energien ist dies besonders schmerzhaft: Sie produzieren keinen Strom, müssen aber dennoch ihre Lieferverpflichtungen erfüllen.

Das brasilianische Marktdesign verschärft dieses Problem erheblich. Unternehmen, deren Einspeisung abgelehnt wird, sind gezwungen, Ersatzstrom zu Preisen zu kaufen, die über ihren vertraglich vereinbarten Verkaufspreisen liegen. „Man wird abgeregelt, muss aber Energie zum doppelten Preis einkaufen – das ist das eigentliche Problem", sagte Barrera.

Fitch senkt Ausblick für elf brasilianische Projekte

Die Ratingagentur Fitch Ratings hat im vergangenen Monat den Ausblick für elf brasilianische Finanzierungsprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien auf „negativ" gesenkt. Als Begründung nannte Fitch, dass die Abregelungen bis 2030 anhalten und den Cashflow, den Schuldendienst sowie die Liquidität der betroffenen Projekte beeinträchtigen würden. Die durchschnittlichen Abregelungsraten bei von Fitch bewerteten Projekten stiegen von 6 bis 12 Prozent im Jahr 2024 auf 7 bis 25 Prozent im Jahr 2025 an – ein deutlicher Anstieg, der die Branche unter Druck setzt.

Brasilien gilt als der weltweit fünftgrößte Wind- und Solarmarkt. Ein rasanter Ausbau der erneuerbaren Energien ohne einen entsprechenden Ausbau der Übertragungsleitungen hat Unternehmen dazu gezwungen, ihren Betrieb einzuschränken und Stellen abzubauen. Barrera bringt das Problem auf den Punkt: „Das eigentliche Problem sind die Überkapazitäten bei der Solarenergie. Selbst wenn man alle Übertragungsprobleme in Brasilien löst, wird es weiterhin Überkapazitäten und Abregelungen geben."

Das Phänomen ist dabei kein brasilianisches Einzelproblem. Auch in Australien, Japan, Indien und Chile bleibt die Abregelung erneuerbarer Energien ein wesentlicher Engpass für die Entwicklung der Branche – trotz des globalen politischen Drucks, den Ausbau sauberer Energie voranzutreiben.

Keine schnelle Lösung in Sicht

Barrera rechnet angesichts der in diesem Jahr anstehenden Wahlen in Brasilien nicht damit, dass Änderungen am aktuellen Marktdesign vor 2028 angegangen werden. Er prognostiziert jedoch, dass die Abregelungen allmählich zurückgehen werden, da sich das Tempo des Zubaus neuer Solarkapazitäten verlangsamt und die Nachfrage weiter steigt. Für Investoren bedeutet dies: Kurzfristig bleibt das Umfeld in Brasilien herausfordernd, mittelfristig könnte sich die Lage entspannen.

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