Aurania Resources nimmt Diamantbohrungen am Goldprojekt Thor's Valley bei Reykjavík auf
Aurania Resources hat die Bohrkampagne am Goldprojekt Thor's Valley nahe Reykjavík gestartet. Sechs Diamantbohrungen mit rund 770 Metern Gesamtlänge sollen die historisch dokumentierten Hochgrad-Goldgehalte unter modernen Standards verifizieren.

Aurania Resources hat die Bohrarbeiten am Goldprojekt Thor's Valley auf Island aufgenommen. Das in Kanada beheimatete Explorationsunternehmen hat den finnischen Dienstleister Arctic Drilling Company Oy Ltd. mit der Umsetzung eines Diamantbohrprogramms beauftragt, das sechs Bohrungen mit einer kumulierten Teufe von rund 770 Metern umfasst. Die Kampagne ist auf etwa vier Wochen angelegt; im Anschluss werden die gewonnenen Bohrkerne zur Laboranalyse verschickt.
Das Areal Thor's Valley befindet sich lediglich rund 20 Kilometer östlich von Reykjavík, der isländischen Hauptstadt. Vom Stadtzentrum aus ist der Bohrplatz in ungefähr 30 Fahrminuten erreichbar – eine für Bergbauvorhaben außergewöhnlich vorteilhafte Infrastrukturanbindung. Fünf der sechs avisierten Bohrungen sind als sogenannte Twin-Holes konzipiert, also als Wiederholungsbohrungen, mit denen historische Abschnitte unter zeitgemäßen Bohrstandards sowie aktuellen QA/QC-Richtlinien (Qualitätssicherung/Qualitätskontrolle) erneut beprobt werden sollen. Eine zusätzliche Bohrung erkundet ein neues Zielareal, an dessen Oberfläche reichhaltige Gesteins-Chip- und Blockproben mit Gehalten bis zu 102 ppm Gold kartografiert wurden.
Frühere Bohrergebnisse untermauern hohe Goldwerte
Das Projekt Thor's Valley verfügt über eine umfangreiche Explorationshistorie. Ein früherer Betreiber niederbrachte insgesamt 32 Bohrungen mit einer Gesamtteufe von 2.431 Metern und erzielte dabei Werte bis zu 415,40 g/t Gold. Im Jahr 2020 führte Iceland Resources ehf elf weitere Bohrungen mit einer Gesamtlänge von 1.780 Metern durch und erreichte Ergebnisse von bis zu 113 g/t Gold. Diese historischen Aufzeichnungen belegen das aussichtsreiche Potenzial des Vorhabens.
Dr. Keith Barron, Chairman, President und CEO von Aurania, äußerte sich zuversichtlich: „Das Projekt Thor's Valley wird durch eine dokumentierte Geschichte hochgradiger Goldmineralisierung gestützt. Viele der strukturellen Ziele sind nach wie vor weitgehend ungetestet durch moderne Explorationsmethoden.“ Darüber hinaus verwies Barron auf die geologische Eigenart des Projekts: Thor's Valley repräsentiert ein niedrig-sulfidierendes epithermales Gold-Silber-System – vergleichbar mit dem Typus der weltbekannten Hishikari-Goldmine in Japan.
Direct-Shipping-Erz als potenzielles Erlösmodell
Ein herausragendes Merkmal des Projekts ist die frühere Gewinnung von sogenanntem „Direct-Shipping“-Erz. Zwischen 1911 und 1924 wurden zwei Schächte abgeteuft und etwa 400 Meter Querschläge aufgefahren. Die produktive Gangart wurde auf eine Mächtigkeit von einem Meter und eine streichende Länge von mindestens einem Kilometer taxiert. Die dokumentierten Gehalte lagen zwischen 11 g/t und 315 g/t Gold. Das Material wurde damals unmittelbar per LKW zum Hafen transportiert und anschließend per Frachtschiff nach Norwegen und später nach Deutschland zur Weiterverarbeitung verschifft. Am Standort existieren keine historischen Abraumhalden.
Barron erläuterte hierzu: „Wir sind optimistisch, dass unser Projekt möglicherweise das replizieren könnte, was in den 1920er Jahren geschah; nämlich die Förderung von ‚Direct-Shipping‘-siliziumhaltigem Erz, das per LKW zum Hafen gebracht und anschließend per Frachtschiff nach Skandinavien oder Kanada transportiert werden könnte, wo es als Schmelzflusmittel verwendet würde. Dies würde die Notwendigkeit von Haldensicherungen oder einer Aufbereitungsanlage obsolet machen.“ Die renommierte Hishikari-Goldmine in Japan beliefert Sumitomo seit Jahren mit Kupferschmelzflusmittel, wobei Edelmetalle im Kupferverarbeitungsprozess zurückgewonnen werden.
Geschichtlicher Werdegang und Kooperation
Thor's Valley wurde ursprünglich im Jahr 1903 entdeckt, als zwei isländische Bauernjungen Stücke weißen Quarzes aus einem Bachlauf aufsammelten, die sich als goldführend herausstellten. In der Zeit von 1911 bis 1924 wurden diverse Gesellschaften mit deutschem oder britischem Kapital gegründet. Die historischen Aufzeichnungen legen nahe, dass der letzte Betreiber, Arcturus, ein deutsches Unternehmen, infolge der Weimarer Hyperinflation scheiterte und nicht wegen erschöpfter Erzvorräte.
Im April 2026 schloss Aurania eine definitive Optionsvereinbarung mit St-Georges Eco-Mining Corp (CSE: SX) sowie dessen vollkonsolidierter Tochtergesellschaft Iceland Resources ehf ab. Ziel dieser Allianz ist es, ein schrittweise aufgebautes Explorationsprogramm zu definieren und umzusetzen, das das Goldprojekt Thor's Valley weiterentwickeln und zu einer ersten modernen Ressourcenschätzung führen soll.
Perspektiven
Die laufende Bohrkampagne stellt einen entscheidenden Meilenstein zur Neubewertung des Projekts unter gegenwärtigen Explorationsstandards dar. Sollten die Resultate die historischen Daten bestätigen oder gar übertreffen, könnte sich Thor's Valley zu einem bedeutenden Goldvorkommen in Europa entwickeln. Die räumliche Nähe zur Hauptstadt Reykjavík sowie die vorhandene Infrastruktur bieten logistische Vorteile, die nur wenige andere Explorationsprojekte weltweit aufweisen können.
