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Alberta prüft Einstieg in Japans Raffinerien

Kanadas Ölprovinz sucht neue Märkte jenseits der USA

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Alberta prüft Einstieg in Japans Raffinerien

Kanadas wichtigste Ölprovinz Alberta prüft einen Einstieg in die japanische Raffineriebranche, um ihre Abhängigkeit vom US-Markt zu verringern. Nach Angaben von mit den Gesprächen vertrauten Personen handelt es sich um Überlegungen, sich finanziell an einer Kokerei in Japan zu beteiligen. Ein solches Projekt würde es japanischen Raffinerien ermöglichen, schweres Rohöl aus den Ölsanden Albertas zu verarbeiten, das bislang mit den meisten japanischen Anlagen nicht kompatibel ist.

Das Vorhaben befindet sich nach Angaben der Quellen noch in einem sehr frühen Stadium, konkrete Vereinbarungen gebe es bislang nicht. Für Alberta wäre ein solcher Schritt ein Novum, da die Provinz bislang keine Infrastrukturinvestitionen im Energiesektor außerhalb Kanadas getätigt hat. Hintergrund der Überlegungen ist die Erweiterung der Trans-Mountain-Pipeline im vergangenen Jahr, die die Transportkapazität auf 890.000 Barrel pro Tag nahezu verdreifachte und damit neue Exportmöglichkeiten über die kanadische Pazifikküste eröffnete.

Ein Ausbau der Raffinerie-Kapazitäten in Japan könnte den Ölfluss über die Trans-Mountain-Pipeline weiter stützen und die Argumentation für den Bau einer zusätzlichen Exportpipeline bekräftigen, für die sich die Provinzregierung derzeit einsetzt. Japan wiederum könnte seinen Import von kanadischem Schweröl steigern und so die Abhängigkeit von Lieferungen aus dem Nahen Osten reduzieren. Zudem ließen sich Risiken im Fall von Spannungen im Südchinesischen Meer umgehen, durch das ein Großteil der aktuellen Importe transportiert wird.

Alberta produziert den Großteil des kanadischen Rohöls, die Provinz ist jedoch ohne direkten Zugang zu Seehäfen. Rund 90 Prozent der Exporte – etwa vier Millionen Barrel pro Tag – fließen derzeit über Pipelines in die Vereinigten Staaten. Vertreter der Provinzregierung haben daher in den vergangenen Monaten mehrfach Asien besucht, um Interesse an kanadischem Öl zu wecken. Energieminister Brian Jean erklärte in einer E-Mail, Alberta prüfe derzeit Möglichkeiten, sowohl leichtes als auch schweres Öl in Japan zu vermarkten. Zu laufenden Gesprächen über eine Investition äußerte er sich jedoch nicht.

Auch die Bundesregierung in Ottawa verfolgt die Entwicklungen. Das Ministerium für Natürliche Ressourcen teilte mit, man sei über die Chancen für zusätzliche Lieferungen nach Japan informiert und grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit Provinzen und Industrie bei strategischen Energieprojekten.

Seit der Erweiterung der Trans-Mountain-Pipeline ist China der wichtigste Abnehmer für kanadisches Rohöl auf diesem Weg, gefolgt von der US-Westküste. Südkorea hat seine Käufe jüngst erhöht und liegt auf Platz drei, während Japan bislang nur vereinzelt Ladungen übernommen hat. Der Betreiber der Pipeline prüft derweil Projekte, mit denen die Kapazität um weitere 200.000 bis 300.000 Barrel pro Tag steigen könnte.

KanadaJapanÖlInvestitionen

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